Tanzt! 2016 – 12.11.2016 – Backstage München – Bericht

Eric Fish auf dem Tanzt! Festival

(usprünglich geschrieben für: http://vitanigra.com/tanzt-festival-2016-backstage-muenchen-bericht/)

Samstag, den 12.11.2016 war es endlich soweit, das Tanzt! Festival öffnete zum 10. Mal seine Pforten und empfing seine Besucher im Münchner Club Backstage. Um 14 Uhr begann der Einlass zur Jubiläumsausgabe des Tanzt! Sonderlich lange anstehen musste man hierbei nicht, es ging zügig voran. In den Räumlichkeiten des Backstage angekommen, konnte man sich schonmal an den Merchständen umschauen oder aber auch schon einmal der Bar einen Besuch abstatten.

Brachmond glänzten mit Balladen und rockigen Songs

Brachmond glänzten mit Balladen und rockigen Songs

Los ging es dann pünktlich um 15 Uhr mit den Newcomern von Brachmond. Diese heizten dem Publikum bereits zu so früher Stunde mit einer gelungenen Mischung aus tanzbaren, rockigen Songs und Balladen ordentlich ein. Die Tanzfläche war zwar noch relativ leer, aber es herrschte dank des guten Partyopeners bereits eine super Stimmung.
Brachmond warteten auch mit zwei interessanten Gästen auf: Es handelte sich um keine geringeren als Basti und Chewie von Fuchsteufelswild. Ersterer dürfte einigen auch noch als Cordoban der Verspielte bei ehemals Saltatio Mortis bekannt sein. So unterstützten die zwei die letzten beiden Lieder von Brachmond mit Dudelsack und gar der Tuba.
Außerdem wurde angekündigt, dass eigentlich die erste EP der Band pünktlich zum Tanzt! fertig gestellt sein sollte, was leider nicht funktionierte. Allerdings konnte jeder, der ein Stück der Musik der Newcomer daheim haben möchte, an ihrem Merchstand ein Exemplar vorbestellen, welches dann sobald das Album fertig ist, geliefert wird.

Sehr viel ruhiger ging es bei Delva zu, das Trio lud mit seiner ruhigen akustischen Musik zum Entspannen und Träumen ein. Während sich das Backstage langsam immer weiter füllte, konnte zu den irisch-keltischen Klängen und der klaren, sanften Stimme von Sängerin Johanna Krins noch einmal perfekt Kraft getankt werden für den Rest des Tages, der mit weiteren sehr bewegungsintensiven Bands aufwarten sollte.

Um 17:10 ging es weiter mit Nachtgeschrei, welche die Bude mit ihrem Mittelalter-Folk-Rock kräftig rockten. Außerdem kündigten sie die Veröffentlichung eines neuen Albums an, welches den Titel „Tiefenrausch“ tragen wird und Anfang 2017 erscheinen soll.

Versengold erfreuten das Publikum mit alten Klassikern

Versengold erfreuten das Publikum mit alten Klassikern

Nach einer halbstündigen Umbaupause gaben sich die sieben Nordlichter von Versengold die Ehre. Sie eröffneten ihren Auftritt mit dem Klassiker „Wem? Uns!“, bei dem das inzwischen volle Backstage Werk im Refrain natürlich obligatorisch die Antwort „Uns!“ entgegen brüllte. Mit Songs wie „Drei Weiber“, „Spaß bei Saite“, „Paules Beichtgesang“ und „Hoch die Krüge“ ging es thematisch sowie musikalisch sehr feuchtfröhlich und tanzbar weiter und so wundert es nicht, dass sich inzwischen auch der erste Crowdsurfer des Abends über die feiernde Meute tragen ließ. Obligatorisch bei Versengold war natürlich das letzte Lied „Ich und ein Fass voller Wein“, bei dem das Publikum wie stets bei diesem Song das Meer und dessen zunächst ruhigen, dann aber tobenden Seegang nachbildete.

Danach gab es ungeplant eine etwas längere Pause, denn bei Mägo de Oz gab es ein paar kleine technische Schwierigkeiten und so starteten die Spanier später als geplant ihr Programm. Doch das Warten hatte sich absolut gelohnt! Die in Spanien und Südamerika sehr bekannte und erfolgreiche Band war vor allem für deutsche Metalheads wohl der Überraschungshit des Abends. Schon der Auftakt war extrem episch, startete das Konzert doch mit nichts geringerem als einer Metalversion des aus den Star Wars Filmen bekannten „Imperial March“. Dann ging es satte 60 Minuten lang weiter mit bestem spanischsprachigem Heavy Metal, zu dem das Publikum nur so headbangte was das Zeug hielt. Nackenschmerzen noch Tage später waren also vorprogrammiert, aber die nahm man doch gern in Kauf!

Mägo de Oz sorgten für Nackenschmerzen!

Mägo de Oz sorgten für Nackenschmerzen!

Die Verspätung, die durch die vorherigen technischen Schwierigkeiten aufgetreten war, wurde durch eine sehr kurze Umbaupause nach Mägo de Oz wieder aufgeholt und so spielten die Co-Headliner des Tanzt!, nämlich Vroudenspil pünktlich ab 21:20 ihre Show. Die sieben Münchner lieferten eine Piratenrockshow vom feinsten, sie entführten uns in „die Halle des Dattelschnapskönigs“, hatten den ein oder anderen „Faulen Zauber“ bereit und ließen das Publikum zur „Spilmannsweise“ ein Meer simulieren. Darin hatte ja jeder dank Versengold am heutigen Tag bereits Übung. Zum Titel „Rebellion“ forderte Vroudenspil einmal in kräftigen „Ho-Ha“ Gesängen aller Aggression stimmlich freien Lauf zu lassen und so wundert es auch nicht, dass es wenig später bei selbigen Titel eine kleine freundliche Wall of Death, oder aber vielmehr Wall of Folk gab, da alle Beteiligten gut aufeinander Rücksicht nahmen und freundlich aneinander vorbei tanzten.
Einen Wermutstropfen gibt es für Vroudenspil Fans allerdings zu verdauen: So kündigte die Band an, dass dieses Konzert das letzte Tanzt! für Sänger Ratz von der Planke sein würde, da dieser sich entschlossen habe dem Piratenleben abzudanken und der ehrlichen Arbeit nachzugehen. Einige Konzerte mit Ratz wird es dieses Jahr noch geben, aber danach darf man wohl gespannt sein, mit welchem Sänger es dann für Vroudenspil weitergeht.

Sänger Ratz von der Planke wird Vroudenspil leider nicht mehr lange beehren

Sänger Ratz von der Planke wird Vroudenspil leider nicht mehr lange beehren

Zum Abschluss des Abends spielte die Szenegröße Subway to Sally seine 90-minütige Headliner Show und wartete dabei vor allem mit vielen Klassikern auf, sei es dem „Knochenschiff“, „Sag dem Teufel“ oder dem neu interpretiertem „Kleid aus Rosen“. Auch der von Fans so geliebte Klassiker „Eisblumen“ wurde wieder einmal gespielt und am Ende des Liedes lauthals vom gesamten Publikum in einem Chor gemeinsam gesungen. Seit dem Album „Schwarz in Schwarz“ nicht fehlen darf natürlich auch der titelgebende Song „Schwarz in Schwarz“, bei dem Eric Fish auf der Menge surfte.
Subway to Sally ließen es sich außerdem nicht nehmen auch eine politische Ansage zur kürzlich stattgefundenen Wahl in den USA zu machen: Eric Fish leitete das Lied „Falscher Heiland“ mit den Worten „Dedicated to Donald Trump, ein Lied das vor 15 Jahren geschrieben wurde und heute so aktuell wie noch nie ist“, ein.
Nach dem sehr zum Tanzt! Festival passenden Lied „Tanz auf dem Vulkan“, verließ die Band die Bühne, woraufhin der obligatorische „Julia und die Räuber“ Gesang der Fans losbrach. Selbstverständlich ließ es sich Subway to Sally nicht nehmen daraufhin noch ein paar Zugaben, einschließlich besagtem „Julia und die Räuber“, bei dem es den letzten Moshpit des Abends unter den Fans gab, zu spielen.

Ally the Fiddle unterstützte Subway to Sally an der Geige

Ally the Fiddle unterstützte Subway to Sally an der Geige

Wer um 00:20 Uhr nach dem langen Konzerttag noch Energie hatte, konnte noch im Backstage verweilen um einer Aftershow Party, welche für Besucher des Tanzt! gratis war, beizuwohnen und sich die Füße endgültig wund zu tanzen.
Das Tanzt! Festival war definitiv ein gelungener Tag mit vielen tollen Bands und so darf man sich doch schon jetzt wieder auf das nächste Jahr freuen und gespannt sein, welche Bands sich dann im Backstage Werk die Klinke in die Hand drücken werden.

Bilder: © Zouberi Photography

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