Guardians of the Galaxy Vol. 2 – Awesome Mix!

Guardians of the Galaxy Vol. 2

USA, 2017
133 Minuten
Regie: James Gunn
Kinostart: 27. April 2017

Guardians of the Galaxy war der erfolgreichste Kinofilm des Sommers 2014. Nun sind die abgedrehten Superhelden zurück auf der großen Leinwand – besser denn je!

Die Handlung von Guardians of the Galaxy Vol. 2 setzt kurz nach den Ereignissen aus dem ersten Teil ein. Nachdem die fünf Chaoten im ersten Teil den Planeten Xandar und seine Bewohner retteten, erlangten sie großen Ruhm und Popularität. Nun verdienen sie sich als Söldner mit der Bekämpfung verschiedener großer und gefährlicher Wesen ihren Lebensunterhalt. So ganz können die Helden von ihrer eher zwielichtigen Vergangenheit aber doch keinen Abschied nehmen. So kann der Waschbär Rocket (im englischen Original gesprochen von Bradley Cooper) die Pfoten nicht komplett vom fremden Eigentum lassen, was den Helden einigen Ärger mit den sogenannten Sovereigns, einer genetisch veränderten und wunderschönen außerirdischen Rasse bringt.

The Guardians of the Galaxy mit Nebula

Auch Superhelden haben Familienprobleme

Abseits des Ärgers mit diesen Wesen erzählt Guardians of the Galaxy Vol. 2 aber vor allem eine Geschichte um Familie und Freundschaft. Wir erfahren im Film mehr über die mysteriöse Herkunft von Peter Quill alias Starlord (Chris Pratt) und begleiten die Helden dabei, wie sie als Familie noch enger zusammenwachsen. Denn während es im ersten Film darum ging, wie sie eine Familie wurden, erzählt der zweite Film davon, wie es ist, eine zu sein. James Gunn selbst erläuterte den zentralen Unterschied mit folgenden Worten: “Dreh- und Angelpunkt dieses Films ist es, eine Familie zu sein. Und sich als Familie zu bewähren, ist weitaus schwieriger, als eine Familie zu werden. Demzufolge erzählen wir hier eine viel komplexere Geschichte. Im ersten Film ging es um Charaktere, die alle Außenseiter waren und dann zusammenkommen. Aber wie geht es dann mit ihnen eigentlich weiter?”

Gamora

Abseits von den fünf Heldencharakteren treffen wir im zweiten Teil aber auch wieder auf altbekannte Antagonisten wie Nebula (Karen Gillan). Sie ist die Schwester der grünhäutigen Attentäterin Gamora (Zoe Saldana) und spielt im zweiten Teil eine größere Rolle als noch im ersten Guardians of the Galaxy Film. Dabei wird besonders die Beziehung der beiden Schwestern zueinander beleuchtet. Auch die Ravagers, welche wir im ersten Film vor allem wegen Peter Quills “Adoptivvater” Yondu kennenlernten, spielen wieder eine große Rolle. Beim Aufeinandertreffen aller vier Figuren behandelt der Film ihre familiären Konflikte und zeigt somit glaubhafte innere Konflikte der Charaktere auf.Yondu und Rocket

Altbewährter Humor bei komplexerer Story

Um nicht in die Gefahr des Spoilerns zu geraten, möchte ich an dieser Stelle wirklich nicht mehr zur Story des Films verraten. Aber lasst euch gesagt sein, dass der Film definitiv nicht langweilig wird und nicht nur einen, sondern gleich mehrere interessante Storystränge bietet. Somit ist die Story sogar nochmal ein ganzes Stück interessanter, mitreißender und sicherlich tatsächlich komplexer als noch im ersten Teil.

Die Guardians of the Galaxy wären aber nicht sie selbst wenn nicht stetig alles, und sei es die noch so gefahrenreichste Situation mit einem Augenzwinkern betrachtet wird oder sie sich gegenseitig gekonnt Sprüche an den Kopf werfen würden. Nicht zuletzt diese Leichtigkeit und der lockere Humor wenn sich die Helden wieder einmal auf die Nerven gehen oder sich gegenseitig übertrumpfen wollen, machte den ersten Teil der Guardians Filme so erfolgreich. Die Zuschauer haben die Gruppe und ihre Beziehungsdynamik untereinander ins Herz geschlossen. Und das weiß natürlich auch James Gunn, daher strotzt auch Vol. 2 nur so vor Witz und lockeren Sprüchen. Nicht zu kurz kommen auch die niedlichen Momenten mit Waschbär Rocket oder Baumwesen Groot (im englischen Original erneut gesprochen von Vin Diesel – auch wenn dieser sich natürlich erneut nur die drei von Fans so geliebten Worte “I am Groot” merken musste – in dieser Reihenfolge).

Rocket und Groot

I am Groot

Apropos Groot – ja auch er spielt zur Freude vieler Zuschauer wieder mit. Wenn auch diesmal mit einer gänzlich anderen Persönlichkeit – als Baby Groot nämlich, wie wir bereits in den Trailern bewundern konnten. Baby Groot hat nicht die Erinnerungen des erwachsenen Groot aus dem ersten Teil. Er ist aber mindestens genauso, wenn nicht gar noch liebenswerter als seine erwachsene Version. Der Kleine hat mehr Probleme mit der Wutkontrolle als sein erwachsenes Alter Ego, was aber angesichts seiner Größe besonders niedlich wirkt. Baby Groot könnte man wohl als heimlichen Star von Guardians of the Galaxy Vol. 2 bezeichnen, oder vielmehr gar nicht so heimlich, bekommt er doch direkt in der Eröffnungsequenz einige Minuten den Kamerafokus ganz für sich allein. Auf jeden Fall sorgt er mit seiner kindlichen Persönlichkeit für viele Schmunzler.

Groot

Auch abseits des freiwilligen oder unfreiwilligen Humors der Charaktere bietet Guardians of the Galaxy Vol. 2 erneut viele popkulturelle Referenzen. Freut euch zum Beispiel auf ein Wiedersehen mit dem Trashhelden Howard the Duck, welcher bereits im ersten Guardians-Film einen Auftritt in einer Post-Credit Szene hatte. Aber das ist noch nicht alles. Guardians of the Galaxy Vol. 2 wartet mit vielen weiteren witzigen popkulturellen Referenzen auf. Doch diese möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht vorwegnehmen, seht einfach selbst!

Awesome Mix #2

Ein weiteres zentrales Element im ersten Guardians of the Galaxy Streifen war die Musik. Der Soundtrack des ersten Teils wurde für den Grammy® nominiert und erreichte in den Billboard Charts der 200 meistverkauften Alben den ersten Platz. Damit war er der erste Soundtrack überhaupt, dem das mit ausschließlich zuvor bereits veröffentlichten Songs auf der Scheibe gelang.

Auch im zweiten Teil darf daher natürlich die energiegeladene Musik im Stile der 80er Jahre nicht fehlen. Peter Quill alias Starlord hat schließlich just am Ende des ersten Teils den “Awesome Mix #2” an sich gebracht. Diesen gilt es nun mit dem alten Walkman, einem geliebten Relikt von der lange nicht besuchten Erde, zu genießen.

The Guardians of the Galaxy

Regisseur James Gunn hat wie beim ersten Film jeden einzelnen Song bereits ins Drehbuch geschrieben. Laut ihm sind sie fester Bestandteil der Dramaturgie und jeder Song ist genau passend zu der jeweiligen Szene in der er zu hören ist. Das spürt man auch. Denn die Songs in Guardians of the Galaxy Vol. 2 passen auf ihre eigene teils abstruse Art wirklich immer perfekt zu den Szenen. Warum abstrus? Nun, manchmal ist es ein wenig verwirrend plötzlich einen fröhlichen Popsong zu dramatischen Actionszenen zu hören. Aber genau das macht Guardians of the Galaxy aus – so seltsam diese Komposition aus Ton und Bild nach den standardisierten Filmkonventionen auch erstmal klingen mag – sie ist wirklich perfekt getroffen und betont die Leichtigkeit mit dem sich die Filmreihe niemals selbst zu ernst nimmt.

Waschbär Rocket

Viel Liebe zum Detail

Auch visuell ist der Film gelungen. Wie schon im ersten Teil gibt es wunderschöne Special Effects, an denen nichts auszusetzen ist. Die Figuren Rocket und Groot sind großartig und liebevoll animiert und auch das Kostümdesign ist atemberaubend. Besonders die goldene handgefertigte Robe von Ayesha, der Hohepriesterin der Sovereigns, ist hier hervorzuheben und durchaus einen genaueren Blick wert.

Ayesha

Anders als bei so manch anderen heutigen Produktionen im Fantasy- oder Science-Fiction Bereich sind in Guardians of the Galaxy Vol. 2 viele Sets real gebaut worden. So wurde der Tempel von Hohepriesterin Ayesha (Elizabeth Debicki) vollständig gebaut. Auch das Raumschiff der Ravagers wurde komplett im Studio errichtet und vielseitig eingesetzt. Außerdem sind alle Innenräume der im Film zu sehenden Raumschiffe echte Setbauten.

Fazit

The Guardians of the Galaxy

Guardians of the Galaxy Vol. 2 ist bedenkenlos für jeden zu empfehlen, dem auch schon der erste Teil gefiel. James Gunn hat die Formel, die so gut für den ersten Teil funktionierte im zweiten Teil weiterverfolgt und dabei Aspekte die beim Publikum besonders gut ankamen noch vertieft. Dies mag wie das einfachste Rezept zum Erfolg anmuten, aber da es im Film einfach gut funktioniert und nie zu offensichtlich wirkt, ist dies völlig in Ordnung. Des Weiteren hat James Gunn nicht einfach nur alle funktionierenden Aspekte neu zusammengewürfelt, sondern auch das ein oder andere Sahnehäubchen obendrauf gelegt, wie zum Beispiel die komplexere Story mit ihren emotional auch mal tiefgründigen Momenten.

Ich hatte vom zweiten Guardians of the Galaxy Film nichts anderes erwartet als einen ebenso guten Film wie es der erste Teil war und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden gar mit einem noch besseren Film übertroffen. Er kombiniert perfekt eine großartige Mischung aus vielen Lachern, spannender Action und nachdenklichen Momenten. Einfach großartige Kinounterhaltung!

Special Effects

Bildquelle(n): Walt Disney Germany

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